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Urlaub hinter Gittern: Knasthotels in Deutschland

Einmal ins Gefängnis einchecken, und das freiwillig. Nein, das ist kein Scherz, denn Knasthotels liegen im Trend. Nicht nur historisch Interessierte kommen hier auf ihre Kosten, auch diejenigen, die einfach mal etwas ganz anderes erleben wollen. Ein Überblick über fünf einzigartige Gefängnishotels in Deutschland.

Alte Gefängnismauern, die ihren Zweck erfüllt haben, fielen der Abrissbirne zum Opfer – wenn sie nicht zu einer Gedenkstätte oder einem Museum umgestaltet wurden. Doch damit ist jetzt Schluss: Vor ein paar Jahren kam die Idee auf, ausgediente Haftanstalten zu Erlebnishotels umzubauen. Und sie funktionierte! Ehemalige Gefängnisse wurden umfassend saniert und renoviert: Aus dem Zuchthaus wurde ein Knasthotel – eine durchaus reizvolle Kombination, die nicht nur bei Individualurlaubern gut ankommt.

Knasthotel Nr. 1: Fronfeste in Amberg

Wer eine Zeitreise in die Vergangenheit erleben möchte, ist in dem Themenhotel Fronfest im oberpfälzischen Amberg gut aufgehoben. Denn das ehemalige Gefängnis, in dem vom Ende des 17. bis Anfang des 20. Jahrhunderts Straftäter eingesessen haben, ist Teil der Amberger Stadtmauer. Aus der Fronfeste ist mittlerweile ein Erlebnishotel geworden, das zur „Rast im Knast“ einlädt. Der Knastgast hat die Möglichkeit, in 17 Einzel- und Doppelzellen „einzubuchten“.

Die umgestalteten Zellen lassen ihre frühere Nutzung immer noch erahnen, nicht zuletzt durch die vergitterten, kleinen Fenster, die kaum Tageslicht hereinlassen sowie durch die schweren Holztüren. Für manche sicherlich ein beklemmendes Gefühl. Klaustrophobische Knastgäste und die, die es komfortabler möchten, können in Suiten und Themenzimmern – zum Beispiel „Arzt-, Kapellen- oder Wärterzimmer“ – einchecken.

Knasthotel Nr. 2: Fronveste in Meiningen

Im thüringischen Meiningen kann der Knastgast erlebnisreiche Nächte in der Fronveste verbringen. Dieses Gefängnis, das 1845 erbaut wurde, war bis 1963 in Betrieb und wurde vor rund zehn Jahren zu einem Hotel umgebaut. 39 individuell eingerichtete Zimmer stehen Urlaubern für einen freiwilligen Arrest zur Verfügung – Brot und Wasser inklusive. Darüber hinaus ist an den Komplex eine urige Kneipe angeschlossen. Das „Verlies“ lockt mit einem gemütlichen Biergarten sowie Guinness und Whiskey. In einem separaten Zellentrakt erwartet die Besucher ein zünftiges Knastessen – rustikal in Sträflingskleidung. 

Knasthotel Nr. 3: Alcatraz in Kaiserslautern

Auch in Kaiserslautern kann man die Nächte hinter Gittern verbringen: Das Alcatraz bietet 57 Zimmerzellen mit dem Komfort eines chicen 3-Sterne-Hotels. Schwere Eisentüren und Gitterfenster, so kommt garantiert Knastfeeling auf. Wer es lieber ein wenig gemütlicher mag, buchtet sich in einem der 20 Komfortzimmer oder Suiten ein. Ein besonderer Service des Alcatraz‘: Der Flughafen-Shuttle in einem stilechten Gefangenenbus – im Panzerknacker-Outfit.

Knasthotel Nr. 4: Das andere Haus VIII in Berlin

Berlin ist eine geschichtsträchtige Stadt und kann ebenso mit einem Knasthotel aufwarten: Das andere Haus VIII an der Rummelsburger Bucht im Berliner Osten empfängt seit 2007 Gäste in fünf überschaubaren, minimalistisch eingerichteten Zimmern. Ursprünglich diente das Haus VIII, das 1879 erbaut wurde, als „Arresthaus für männliche Corrigenden“ – eine Art Besserungsanstalt für Schwererziehbare, Haftentlassene und Nichtsesshafte. Zu DDR Zeiten wurde es als Krankenstation des Gefängnisses Rummelsburg genutzt, in dem nach dem Mauerfall Erich Honecker und Erich Mielke untergebracht waren.

Knasthotel Nr. 5: Gefängnishotel in Petershagen

Ein weiteres – kleines aber feines – Knasthotel steht im niedersächsischen Petershagen, genauer gesagt ist es das Gebäude des Alten Amtsgerichtes. Bis Ende der 70er Jahre buchte man hier nicht freiwillig, sondern man wanderte als verurteilter Straftäter hinter schwedische Gardinen. Nun nächtigen hier Besucher in vier Zweierzellen und einer Sechserzelle hinter originalen Zellentüren.

Bildquelle: S. Hofschlaeger  / pixelio.de



1. Juni 2017 06:25